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Donnerstag, 12. April 2018

Konsequentes Vorgehen gegen kriminelle Bande „Classics“ im Mannheimer Norden

CDU-Fraktion beim Polizeipräsident

Stadtrat Prof. Dr. Egon Jüttner, Polizeipräsident Thomas Köber und CDU-Fraktionsvorsitzender Claudius Kranz im Polizeipräsidium

Körperverletzungen und Drogendelikte - damit treibt eine Bande namens „Classics“ im Mannheimer Norden ihr Unwesen. Darüber erreichten mehrere Beschwerden und verängstigte Anrufe Stadtrat Prof. Dr. Egon Jüttner (CDU) am Bürgertelefon. Unverzüglich bat der Fraktionsvorsitzender Claudius Kranz gemeinsam mit Jüttner um ein Gespräch mit dem Polizeipräsidenten, um zu erfahren welche Maßnahmen dagegen getroffen werden müssen. Polizeipräsident Thomas Köber bestätigte, dass sich im Mannheimer Norden eine Gruppe gebildet hat, die an mehreren Straftaten beteiligt ist sowie Gesetze und gesellschaftliche Regeln bewusst bricht.

Polizeipräsident Thomas Köber erklärte, dass es sich bei den „Classics“ um keine klassische Gang handelt, die Revierkämpfe austrägt. Der engere Kern jedoch lege eine hohe kriminelle Energie an den Tag. Die „Classics“ haben offensichtlich Verbindungen zu den sogenannten „OEG-Schlägern“. Diese hatten im Frühjahr 2017 einen Mann durch Schläge und Tritte schwer verletzt, der einer jungen Frau zu Hilfe kam, die belästigt wurde. Zumindest waren Mitglieder der „Classics“ bei der Gerichtsverhandlung unter den Zuschauern, die die inzwischen verurteilten „OEG-Schläger“ unterstützten. Mitglieder der „Classics“ waren auch am gewalttätigen Angriff auf eine Polizeistreife auf den Planken im Dezember letzten Jahres maßgeblich beteiligt.

Drei Mitglieder der „Classics“ sind am 22.3.2018 wegen dringenden Verdachts des gemeinschaftlichen besonders schweren Raubes in zwei Fällen zum Nachteil von zwei Pizzaboten festgenommen worden. Der Staatsanwalt erließ wegen dieser Taten Haftbefehle, bei einem der Beschuldigten zusätzlich wegen tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Körperverletzung am 14.12.2017 (Planken).

Aus dem Polizeibericht: „Am 25.01.2018 rief der 19-Jährige bei einem Pizzaservice an und orderte eine Bestellung in den Stadtteil Mannheim-Schönau. Zwei Pizzaboten, ein 34-Jähriger und ein 41-Jähriger, fuhren gegen 01.30 Uhr zur Auslieferadresse. Der 34-Jährige wollte die Bestellung ausliefern und wurde vor dem Anwesen von den nunmehr Beschuldigten und weiteren drei bis vier Tätern erwartet und mit mindestens zwei Schusswaffen bedroht. Der Geschädigte wurde aufgefordert die Hände zu heben und sich abzuwenden, andernfalls würde er geschlagen oder erschossen werden. Einer der Täter entwendete daraufhin die Geldbörse des Pizzaboten mitsamt des Bargelds im Wert von ca. 800 Euro. Der andere 41-jährige Pizzabote eilte zu seinem Arbeitskollegen. Die Täter hielten daraufhin die Schusswaffe gegen seinen Kopf und gegen die Brust. Auch er wurde bedroht und aufgefordert sein Geld herauszugeben. Einer der Täter entwendete dem 41-Jährigen die Geldbörse mit etwa 280 Euro Bargeld, sein Mobiltelefon und die Thermobox mit der Pizzalieferung. Danach gingen die Täter flüchtig. Umfangreiche Ermittlungen des Kriminalkommissariats Mannheim führten dazu, dass am 22.03.2018 acht Durchsuchungsbeschlüsse und die gegen die drei Beschuldigten erwirkten Haftbefehle vollstreckt wurden….Zur Haftvorführung fanden sich circa zehn Personen, offenbar der Gruppierung "Classics" zugehörig, beim Amtsgericht Mannheim ein und versuchten den Ablauf der Haftvorführung zu stören. Zwei Personen befolgten die ausgesprochenen Platzverweise nicht und mussten kurzzeitig in Gewahrsam genommen werden.“

Polizeipräsident Thomas Köber versicherte Jüttner und Kranz, dass das Polizeirevier Sandhofen und auch entsprechende polizeiliche Spezialeinheiten weiterhin in Sachen „Classics“ tätig sind. Aus ermittlungstaktischen Gründen werden in dieser Pressemitteilung aber keine Einzelheiten benannt.

Prof. Dr. Jüttner bedankte sich für das konsequente Vorgehen der Polizei. „Wir dürfen Kriminellen und Gruppen, die weder die Regeln einhalten noch staatliche Institutionen, wie die Polizei anerkennen, keinen Raum lassen“, macht Jüttner klar

Fraktionschef Claudius Kranz weiß, dass es in Sandhofen, Schönau und darüber hinaus durch diese Gruppe verängstigte Bürgerinnen und Bürger gibt. Er ruft aber dazu auf, Straftaten oder Vorgänge dieser Gruppe konsequent der Polizei zu melden. Wenn man Angst vor Repressalien hat, geht das auch anonym. Den erweiterten Kreis der „Classics“, zu dem Jugendliche aus dem gesamten Mannheimer Norden gehören, ruft Kranz auf: „Verlasst diese Gruppe! Das ist keine harmlose Jugendbande. Vor diesen Kriminellen kann man Euch nur warnen. Wenn Ihr dies unterstützt, werdet auch Ihr früher oder später von der Polizei ins Visier genommen.“

Polizeipräsident Köber stellte Jüttner und Kranz auch die aktuellste Kriminalitätsstatistik vor, die zeigt, dass in Sandhofen und Schönau trotz der genannten Problematik im Vergleich mit anderen Mannheimer Stadtteilen eine geringe Kriminalität herrscht. Grundsätzlich fällt aber auf, dass die Kriminalitätsrate steigt, je näher ein Stadtteil an der Innenstadt liegt. Dort sind die Zahlen mit Abstand am höchsten.

Jüttner und Kranz bedankten sich zum Abschluss des Gesprächs beim Polizeipräsidenten für die Informationen und die schwierige Arbeit, die die Polizei in Mannheim leistet, und versprachen ihm breite Unterstützung bei seinen Aufgaben.

Die nächste Bürgertelefonsprechstunde von Stadtrat Prof. Dr. Jüttner ist am Samstag, 21. April, von 11 bis 12 Uhr unter der Nummer 0621-7897390. Die CDU-Gemeinderatsfraktion ist zu den üblichen Bürozeiten unter 0621-293-2192 und cdu@mannheim.de zu erreichen.