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Donnerstag, 29. Juli 2010 29.07.10 16:33 Alter: 2 Jahre

Eltern und Kinder im Regen stehen gelassen

 

CDU-Gemeinderatsfraktion kritisiert Schließung des Kinderhauses Wallstadt

Stadtrat Nikolas Löbel bei der Demonstration der CDU-Gemeinderatsfraktion vor dem Kinderhaus Wallstadt

Die Stadtverwaltung hat dem Gemeinderat mehrere Beschlussvorlagen zur Kinderbetreuung in Mannheim vorgelegt. Danach sollen die Betreuungsangebote zum Schuljahr 2010/2011 ausgebaut werden, um den Bedarf an Hortplätzen zumindest teilweise zu decken. Dafür sollen über 500 Plätze neu geschaffen werden und zusätzliches Fachpersonal eingestellt werden. „Mehrere Millionen Euro wird uns das kosten. Sinnvoll investiertes Geld, aber es fehlen Detailinformationen, so zum Beispiel, wo die Kinder in welcher Form untergebracht werden. Die Beschlussvorlage der Fachverwaltung lässt zu viele Fragen offen“, kritisiert der jugendpolitische Sprecher Stadtrat Nikolas Löbel.

 

Auf noch größeren Widerstand stieß das Konzept zur Kinderbetreuung in Wallstadt. Nach dem Willen der Stadtverwaltung soll das Kinderhaus in der Wertheimer Straße geschlossen werden, um dort Hortkinder und Kinder der verlässlichen Grundschule unterzubringen. Die dort vorhandenen 10 Krippenplätze sollen zur katholischen Kirche in die Römerstraße sowie die bisher im Kinderhaus untergebrachten Kindergartenplätze in einen förderfähigen Neubau der Familie Wespin-Stiftung in die Storchenstraße verlagert werden. In diesem Neubau der Stiftung sollen 16 neue Krippenplätze entstehen. Der Stadt Mannheim entstehen hierdurch Kosten von rund 1,414 Mio. €.

 

„Wir als CDU-Gemeinderatsfraktion lehnen die Pläne der Verwaltung strikt ab. Genauso wie die betroffene Elternschaft vor Ort und der gesamte Bezirksbeirat Wallstadt üben wir Kritik am Vorgehen der Verwaltung. Dieses Konzept stellt keine nachhaltige Investition dar.

 

Eine Ortsbegehung der CDU-Gemeinderatsfraktion, bei der die zuständige Bürgermeisterin Warminski-Leitheußer eingeladen war, wurde von Oberbürgermeister Dr. Kurz kurzfristig untersagt, mit der Erklärung, dass „keine Parteiveranstaltungen“ in Kitas stattfinden sollen. Trotz Hinweis, dass andere Fraktionen regelmäßig in städtischen Räumen öffentliche Veranstaltungen durchführen, musste der Ortstermin als angemeldete Demonstration vor dem Kinderhaus stattfinden. 

 

Trotz strömenden Regens kamen viele Eltern, um sich über den aktuellen Sachstand zu Informieren. Stadtrat Nikolas Löbel zeigte das Chaos auf, dass bei Umsetzung der Verwaltungsvorlage entsteht: „Die Kinder im Kinderhaus werden aus Ihrer gewohnten Umgebung gerissen und verlieren ihre Bezugsperson. Die Schulkinder müssen einen weiten Weg vom Schulgebäude über die Gleise der Stadtbahn hin zum Kinderhaus in der Wertheimer Straße zurücklegen. Eine unnötige Verschlechterung für Kinder und Eltern“.

 

Die CDU-Gemeinderatsfraktion möchte, dass das Kinderhaus in Wallstadt in bestehender Form fortgeführt wird. Es soll über einen Anbau an der Schule nachgedacht werden, der zunächst einmal die Hortkinder beherbergen und später dann zum Betrieb einer Ganztagesschule umgewidmet werden kann.

 

Löbel konnte bereits erste Erfolge des Protests verkünden. Die Verwaltungsvorlage wurde von der Tagesordnung des Gemeinderates abgesetzt, dort war eine Mehrheit für die Vorlage zu befürchten. Im September soll eine Kommission über die „Betreuungsangebote in Wallstadt“ beraten zu der Elternvertreter, Vertreter des Bezirksbeirates und Vertreter des Gemeinderates eingeladen werden. „Viele offene Fragen sind noch zu klären, sodass wir gemeinsam mit allen Betroffenen ein kinder- und familienfreundliches Konzept ausarbeiten wollen, welches erst nach dieser Diskussion vor Ort im Gemeinderat verabschiedet werden kann.“, so Stadtrat Nikolas Löbel gegenüber den interessierten Eltern.