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Freitag, 13. Januar 2012 13.01.12 14:02 Alter: 40 Tage

G9-Modellversuch – ein weiterer Baustein im bildungspolitischen Chaos

 

CDU-Fraktion sieht keinen Anlass für Wiedereinführung

 

„Die parallele Wiedereinführung von G9 an den allgemeinbildenden Gymnasien ist unnötig und trägt zum bildungspolitischen Chaos in unserem Land bei“, so die Reaktion von Stadträtin Rebekka Schmitt-Illert auf die Vorstellung des G9-Konzepts durch die grün-rote Landesregierung.

Stadträtin Rebekka Schmitt-Illert

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Gemeinderatsfraktion sieht keinen Anlass, nach der erfolgreichen Einführung des achtjährigen Gymnasiums nun per Modellversuch wieder G9-Züge einzuführen und damit erneut zur Unruhe an den Schulen beizutragen. „Die Gymnasien haben G8 erfolgreich eingeführt und führen in diesen Wochen und Monaten den doppelten Jahrgang zum Abitur. Damit ist die Umstellung vollständig abgeschlossen – und nun werden die Schulen durch den vollkommen unnötigen Modellversuch erneut wieder verunsichert.“

 

Sicher habe es an manchen Stellen vor allem bei den Schülern und Eltern des ersten G8-Jahrgangs Kritik an manchen Aspekten der Reform gegeben – hierauf sei die alte Landesregierung bereits eingegangen. Aber weder sei es zutreffend dass die G8-Gymnasiasten zwangsweise jeden Nachmittag an der Schule verbringen müssten noch seien die Inhalte von G9 einfach auf 8 Jahre verteilt worden. „Der Bildungsplan für das Gymnasium wurde mit der Einführung von G8 ganz gewaltig entrümpelt – sehr zum Leidwesen mancher Lehrer, die auf gewohnte Inhalte verzichten mussten. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse des Landesinstituts für Schulentwicklung belegen außerdem deutlich, wie erfolgreich die Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums im Land war. Es gibt keinen Anlass, die Reform schlecht zu reden.“

 

Auch den Einwand den G8-Schülern fehle die notwendige Reife will Schmitt-Illert nicht gelten lassen. Immerhin erwarte man von anderen Schülern bereits nach der mittleren Reife und damit zwei Jahre früher, dass sie erste Entscheidungen für ihre berufliche Laufbahn treffen. Die Kinder und Jugendlichen seien unterschiedlich – und sie würden entsprechend ihrer individuellen Entwicklung und ihrer Stärken und Schwächen an den verschiedenen Schulen gefördert. Trotz Einführung von G8 gebe es auch weiterhin den Weg zum Abitur in 13 Jahren über die beruflichen Gymnasien. „Aber es muss uns doch zu denken geben, wenn von Grün-Rot der Weg über die allgemeinbildenden Gymnasien zum Abitur als allein seligmachend propagiert wird“, so Schmitt-Illert. „Was für ein Signal ist das an diejenigen Jugendlichen, die eher praktisch begabt sind oder die einfach erst später z.B. nach einer Ausbildung bereit sind, ihre schulische Laufbahn fortzusetzen.“

 

Die Wiedereinführung von G9-Zügen schaffe einfach noch ein weiteres Zusatzangebot im Wunschkonzert der grün-roten Bildungspolitik, wie auch die Gemeinschaftsschule. „Wenn die Kultusministerin in den Plenarsitzungen fast jedes Reformvorhaben damit begründet, dass sie damit auf die Wünsche der Eltern eingehe, dann ist das aus meiner Sicht keine ausreichende Grundlage für das drohende Bildungschaos. Nicht alles, was Eltern sich wünschen, kann der Staat ihnen bieten. Ich kann mir nicht vorstellen dass die Eltern sich wirklich wünschen, dass ihre Kinder als Versuchskaninchen für die völlig übereilten Reformen von Grün-Rot herhalten.“