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Mittwoch, 04. November 2009 04.11.09 16:54 Alter: 2 Jahre

CDU-Antrag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umgesetzt

 

„Blaue Briefe“ sollen Eltern an ihren Erziehungsauftrag erinnern

 

Aufgrund eines Antrages der CDU-Gemeinderatsfraktion werden seit August 2008 Eltern von Jugendlichen, die in der Öffentlichkeit betrunken aufgegriffen werden, schriftlich über das Fehlverhalten ihres Nachwuchses durch sogenannte „Blaue Briefe“ informiert. Schilderungen aus der Bürgerschaft und von der Polizei wiesen schon früh auf eine schwerwiegende Problemlage in Zusammenhang mit dem übermäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen hin.

Die Käfertaler Bezirksbeirätin Jessica Fröhlich spricht mit Jugendlichen über den übermäßigen Alkoholkonsum

Flatrate-Party und Komasaufen

 

Insbesondere der unbegrenzte Ausschank von alkoholischen Getränken nach einmaliger Zahlung („Flatrate-Party“) und das Komasaufen verlangten nach entschlossenen Maßnahmen. Die Stadtverwaltung hatte diese Fehlentwicklungen lange Zeit heruntergespielt und nur auf allgemeine präventive Maßnahmen wie Informationsveranstaltungen an Schulen gesetzt. Die von der CDU-Fraktion als Vorbild angeführte Vorgehensweise der Stadt Singen wurde seinerzeit „höchstens als öffentlichkeitswirksame Maßnahme“ abgetan.

 

Schon 78 Blaue Briefe verschickt

 

In der von der Stadtverwaltung jetzt vorgelegten Jahresbilanz der Aktion wird deutlich, dass der Handlungsbedarf nach wie vor besteht. 78 „Blaue Briefe“ wurden bisher an die betroffenen Eltern verschickt. Darüber hinaus kamen allein im Jahr 2008 72 Jugendliche unter 18 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus, im ersten Halbjahr 2009 wurden 36 solche Fälle gezählt. Es ist schon erstaunlich, wenn die zuständige Bürgermeisterin Frau Warminski-Leitheußer angesichts dieser Zahlen „keinen Grund zur Besorgnis“ sieht.

 

Die bisherigen Bemühungen der Polizei und der Stadtverwaltung sollen nach Ansicht der CDU fortgesetzt und ausgeweitet werden. „Es geht uns nicht um die Erhebung eines Bußgeldes. Wir wollen, dass die Eltern über das Fehlverhalten ihrer Kinder informiert werden und entsprechend ihren Erziehungsauftrag erfüllen. Der Aufwand lohnt sich, wenn wir auch nur einige Jugendliche vom übermäßigen Alkoholkonsum abhalten können“,  erklärt der Fraktionsvorsitzende Carsten Südmersen. Die Einzelhändler sollen verstärkt auf Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz überprüft werden. Auch bei den Gastwirten muss ein Umdenken stattfinden: gegen die Veranstalter der „Flatrate-Partys“ fordert die CDU ein strenges Vorgehen.

 

Neben den polizeilichen Maßnahmen ist bei der Alkoholprävention auch die Jugendarbeit gefordert. In Vereinen und Jugendverbänden wird den Jugendlichen vermittelt, dass Gemeinschaftsgefühl auch ohne Alkohol möglich ist.

 

Mannheim, 4. November 2009

 

Bildrechte: CDU Gemeinderatsfraktion Mannheim