Sie sind hier: Home > Aktuelles > 
Montag, 03. Mai 2010 03.05.10 11:23 Alter: 129 Tage

Rot-Grün lässt die Vorortfreibäder kalt

 

CDU-Gemeinderatsfraktion kritisiert das Abschalten der Bäderheizung im Freibad Sandhofen, Carl Benz Bad und dem Parkschwimmbad Rheinau

Stadtrat Nikolas Löbel im Freibad Sandhofen

„Die Entscheidung ist leider gegen die Stimmen der CDU-Gemeinderatsfraktion mehrheitlich durch SPD und Grüne in den Haushaltsberatungen getroffen worden. Jetzt sollen die Freibäder in Sandhofen, das Carl-Benz-Bad auf der Gartenstadt und das Parkschwimmbad Rheinau nicht mehr beheizt werden. Die Stadtverwaltung will dadurch insgesamt 35.000 € pro Jahr, also durchschnittlich 11.666 Euro pro Bad, einsparen,“ ärgert sich der Fraktionsvorsitzende Carsten Südmersen. Bisher waren alle Mannheimer Freibäder auf 24 Grad Wassertemperatur beheizt worden. „Wir waren und sind gegen die Abschaltung der Heizung in den Vorortfreibädern. Erst recht, wenn gleichzeitig auch noch die Eintrittspreise erhöht werden,“ so CDU-Stadtrat und Landtagskandidat Nikolas Löbel.

 

„Wir haben jetzt eine Plakataktion gestartet, um den öffentlichen Druck zu erhöhen und um gemeinsam mit den Bürgern die SPD und die Grünen doch noch zur Einsicht bewegen zu können“, so der CDU-Kreisvorsitzende, Stadtrat Claudius Kranz. Der Landtagskandidat Kranz befürchtet, dass durch die erhöhten Eintrittspreise und durch das unbeheizte Becken weit weniger Gäste kommen werden und damit die Stadt bei den Freibädern am Ende sogar noch mehr drauflegen muss als gewöhnlich. „Zur Eröffnung der Freibadsaison hat die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung angekündigt, dass die Beckentemperaturen täglich bei der Verwaltung abgefragt werden können. Das zeigt, wie lebensfremd über das Abschalten der Beckenheizung entschieden wurde“, kritisiert Nikolas Löbel.

 

Die Stadtverwaltung plant zusätzlich das Freibad Sandhofen in ein Naturbad umzuwandeln und an einen privaten Trägerverein zu übergeben. „Wir werden die Detailvorschläge der Verwaltung hierzu abwarten und das Verfahren kritisch begleiten. Natürlich ist bürgerschaftliches Engagement heutzutage mehr denn je gefragt und wir würden begrüßen, wenn eine private Initiative zur Unterhaltung des Freibades beitragen kann. Aber die Stadt darf sich auch nicht ihrer Verantwortung entziehen“, ist sich Landtagskandidat Löbel mit den örtlichen Stadträten Prof. Dr. Egon Jüttner und Erwin Feike einig.  Bereits vor zehn Jahren wollten Sandhofer Unternehmer das Sandhofer Freibad mit eigenen Mitteln Attraktivieren. Die Verwaltung ist darauf aber nicht eingegangen.  

 

Gemeinsam mit dem örtlichen Stadtrat und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Konrad Schlichter hat Nikolas Löbel im Carl-Benz-Bad den Unmut vor allem der Dauergäste des Bades über die Abschaltung der Heizung erfahren. Einige kommen mehr als 100 Mal im Jahr ins Freibad. „Aber wir können nicht bei 17, 18 Grad schwimmen. Dazu sind wir zu Alt“ berichtet eine aktive Dame für viele Stammgäste. „Wenn es nach uns geht, könnten wir diese Entscheidung sofort rückgängig machen. Aber die rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat blockiert,“ wundern sich die CDU-Stadträte über die bürgerunfreundliche Haltung der SPD und der Grünen.  

 

Dr. Kurz hat 2001 noch als Sportbürgermeister ein Bäderkonzept vorgestellt, in dem die Vorortbäder keine Rolle mehr spielten. Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat diesem „Bäderschließungskonzept“ von Dr. Kurz und der SPD-Fraktion eine klare Absage erteilt. Alt-Stadtrat Paul Buchert hat mit seiner damals gegründeten „Bürgeraktion zur Erhaltung des Rheinauer Freibades“ innerhalb weniger Wochen 15.000 Unterschriften gesammelt. Auch die Sandhofer Stadträte Prof. Dr. Egon Jüttner MdB und Erwin Feike haben tausende Unterschriften zur Rettung des Freibades Sandhofen an die Stadtverwaltung übergeben.

 

Während der Etat-Beratungen 2002 wurden auf Grund eines CDU-Antrags 500.000 Euro für die Sanierung, Modernisierung der Freibäder in Sandhofen und Rheinau gegen die Stimmen der SPD in den Haushalt eingestellt. Zusätzlich sollten aufgrund des CDU-Antrages 100.000 Euro zur Attraktivierung der Vorortbäder eingesetzt werden. Leider ist ein Großteil dieses Geldes nicht in die Vorortbäder geflossen. Es wurde verwandt um an anderen Bädern insbes. dem Herzogenriedbad „Löcher zu stopfen“. „Hätte man die 600.000 Euro in Sandhofen und Rheinau investiert, wären wir auf einem aktuellen technischen Stand,“ ärgert sich Fraktionschef Südmersen über das Vorgehen des damaligen Sportbürgermeisters Dr. Kurz.

 

2005 hat die CDU-Gemeinderatsfraktion die Umbenennung der Freibades Rheinau in Parkschwimmbad Rheinau mit Erfolg beantragt, um den Familienfreundlichen Parkcharakter herauszustellen.

 

„Mannheim ist die Stadt der Stadtteile. Wenn wir dem demographischen Wandel Rechnung tragen wollen, müssen wir die Angebote vor Ort stärken und nicht schwächen. Die wunderschön gelegenen Vorortfreibäder müssen dauerhaft erhalten werden,“ appelliert CDU-Fraktionschef Carsten Südmersen an OB Kurz, SPD und GRÜNE.