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Ein deutliches Plädoyer für den freiheitlichen sozialen Rechtsstaat und gegen einen wieder aufkeimenden idealisierten Sozialismus hielt Horst - Dieter Schiele, ehemaliger Chefredakteur und Geschäftsführer des Mannheimer Morgen, anlässlich des 14. Empfangs der CDU Mannheim und Ludwigshafen zum Tag der Deutschen Einheit im Bürgersaal des Stadthauses N1. In seiner sehr engagierten Rede beklagte Schiele die in letzter Zeit aufkeimende "DDR - Nostalgie" und die damit einhergehende gleichsam verklärte Darstellung des 1989 endgültig gescheiterten und bankrotten Systems des Sozialismus. "Man kann die Zukunft nicht gewinnen wenn man sich der Vergangenheit nicht stellt - Dies gilt auch hier", sagte Schiele und forderte die Anwesenden auf, sich in die Zeit der Wende, in das Spätjahr 1989, zurück zu versetzen. Das sozialistische System der DDR war gescheitert. Der sogenannte "Real Existierende Sozialismus" hatte hunderttausenden seiner Bürger die Lebensplanung zerstört. 40 Jahre SED - Diktatur hatten zu 300.000 politischen Häftlingen geführt, von denen 33.000 von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft wurden. Hierfür hatte sich die DDR Staatsführung ein Lösegeld von ca. 3,5 Milliarden DM bezahlen lassen. 80 Menschen waren allein an der Berliner Mauer zu Tode gekommen. Sowohl im Osten als auch im Westen habe es viele sogenannte Intellektuelle gegeben, denen die Wiedervereinigung nicht ins Weltbild gepasst habe und die teilweise noch heute gegen eine Echte Wiedervereinigung Front machten. Es sei geradezu eine Verhöhnung der Opfer des DDR Regimes, wenn heute von interessierten Kreisen, besonders auch von der in PDS umbenannten SED, ein gleichsam idyllisches und verklärtes Bild der DDR Vergangenheit gezeichnet werde, in der es Kinderbetreuung für Alle, Vollbeschäftigung, Urlaub an der Ostsee und immerhin nach 13 Jahren Wartezeit einen Trabi gegeben habe. Schiele forderte die Anwesenden auf, denjenigen zu widersprechen, die die Wiedervereinigung als "Raubzug einer kalten kapitalistischen Wirtschaftsordnung" zu verunglimpfen suchten. Diese soziale Kälte werde allein von der überwältigenden Hilfsbereitschaft der Bürger der alten Bundesländer anlässlich der Flutkatastrophe im Jahr 2002 widerlegt. Hier waren über 340 Mio. Euro durch Spendensammlungen zusammengekommen. Die Wiedervereinigung sei vielmehr eine echte Bürgerbewegung gewesen, dem Volk der ehemaligen DDR sei es darum gegangen, die jeweilige persönliche Lage zu verbessern. Ohne die Einführung der DM und die staatliche Vereinigung wäre es zu noch massiveren Auswanderungsbewegungen gekommen. Natürlich seien bei der Wiedervereinigung auch Fehler gemacht worden, einer davon sei die Überstülpung des westdeutschen Bürokratismus auf die neuen Bundesländer gewesen. Um die Zukunft zu gewinnen, rief Schiele zu einer geistigen Wende in Deutschland auf, den freiheitlichen Staat solle man wieder als Wert an sich begreifen, der gigantische Umverteilungsstaat, der teilweise auch schon sozialistische Züge trage, müsse umgebaut werden. Das deutsche Volk solle die Einheit in Freiheit leben und mit dem 3. Oktober den Tag der demokratischen Freiheit feiern.

Der CDU Kreisvorsitzende, Bürgermeister Rolf Schmidt, begrüßte unter vielen Ehrengästen die Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, Dr. Eva Lohse, sowie den baden- württembergischen Wissenschaftsminister Dr. Peter Frankenberg. Er dankte den Sponsoren Heinrich Vetter s.A., Eichbaum Brauerei, Marché Mövenpick, Knopf Druck, Stadträte Peter Hofmann, Dr. Jens Kirsch, Jörg Mergenthaler und Heinz Waibel. Heinrich Jöckel, der Vorsitzende der CDU Stadtratsfraktion Ludwigshafen, danke dem Festredner Horst - Dieter Schiele aus vollem Herzen und merkte an, dass er sich nicht habe vorstellen können, dass der alte CDU Wahlslogan "Freiheit statt Sozialismus" einmal wieder so aktuell werden würde. Sein Dank galt auch dem Quadriga Quartett für die hervorragende musikalische Umrahmung der Veranstaltung.

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